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Thiessen Energy

Stromspeicher nachrüsten: Lohnt sich das?

Einen Stromspeicher nachrüsten lohnt sich in den meisten Häusern mit Photovoltaik-Anlage. Bei den heutigen Strompreisen und den gesunkenen Speicherkosten hält die Verbraucherzentrale die Investition für „fast immer wirtschaftlich sinnvoll". Besonders viel bringt der Speicher, wenn die feste Einspeisevergütung ausläuft oder dein Stromverbrauch steigt, etwa durch eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto.

Hier findest du, ob dein vorhandener Wechselrichter passt, was AC- und DC-Kopplung unterscheidet, wie groß der Speicher sein sollte und was er bei einem Stromausfall kann.

Was bringt ein nachgerüsteter Stromspeicher?

Ein Stromspeicher ist eine Batterie im Haus, die Solarstrom vom Tag für den Abend und die Nacht aufhebt. Ohne Speicher nutzt ein Haushalt laut Verbraucherzentrale etwa 25 bis 30 Prozent seines Solarstroms selbst, mit einem passend ausgelegten Speicher bis zu etwa 70 Prozent. Der Rest fließt ins Netz.

Was zählt, ist der Abstand zwischen deinem Strompreis und deiner Einspeisevergütung, denn jede gespeicherte Kilowattstunde hättest du sonst eingespeist.

Lohnt sich ein Speicher, wenn die Anlage noch Einspeisevergütung bekommt?

Je höher deine Vergütung, desto kleiner der Abstand. Schau auf die Abrechnung deines Netzbetreibers, wie viel Cent du je eingespeister Kilowattstunde bekommst, und leg den Arbeitspreis aus deinem Stromtarif daneben. Liegt die Vergütung nah am Strompreis, bringt der Speicher erst etwas, wenn sie ausläuft.

Was ändert sich nach 20 Jahren?

Die feste Vergütung läuft 20 Jahre ab Inbetriebnahme, bei Anlagen mit gesetzlich festgelegtem Wert bis zum 31. Dezember des zwanzigsten Jahres (§ 25 EEG). Danach fällt der Hauptgrund weg, den Strom einzuspeisen statt selbst zu nutzen. Die Verbraucherzentrale nennt das Ende der Vergütung ausdrücklich als Anlass, einen Speicher nachzurüsten.

Bevor an eine 20 Jahre alte Anlage ein Speicher kommt, lohnt ein Blick auf Dach und Module. Was bei älteren Dächern zu prüfen ist, steht im Beitrag Photovoltaik auf dem Altbau.

Passt mein vorhandener Wechselrichter zum Speicher?

Das steht auf dem Typenschild des Wechselrichters. Der Wechselrichter macht aus dem Gleichstrom der Module Wechselstrom fürs Haus. Ein Hybrid-Wechselrichter hat zusätzlich einen Anschluss für eine Batterie.

Hast du schon einen Hybrid-Wechselrichter, kann der Speicher direkt an ihn angeschlossen werden, sofern Hersteller und Batterie zueinander passen. Hängt bei dir ein Wechselrichter ohne Batterieanschluss, gibt es zwei Wege: einen Speicher mit eigenem Batteriewechselrichter dazustellen oder den alten Wechselrichter gegen einen Hybrid-Wechselrichter tauschen. Ist das alte Gerät ohnehin am Ende seiner Lebensdauer, spricht mehr für den Tausch.

AC- oder DC-Kopplung: Was ist der Unterschied?

Die Kopplung beschreibt, an welcher Stelle der Speicher in deine Anlage eingebunden ist. Bei der DC-Kopplung hängt die Batterie am Gleichstromteil eines Hybrid-Wechselrichters, der Solarstrom fließt ohne Umweg hinein. Bei der AC-Kopplung hängt der Speicher mit eigenem Batteriewechselrichter am Wechselstromnetz des Hauses. Der Solarstrom wird dann erst zu Wechselstrom, zum Laden wieder zu Gleichstrom und für den Verbrauch noch einmal zu Wechselstrom.

  • AC-Kopplung lässt Module und Wechselrichter unangetastet und passt deshalb auch zu einer Anlage, deren Wechselrichter keinen Batterieanschluss hat. Jede zusätzliche Umwandlung kostet etwas Energie.
  • DC-Kopplung kommt mit weniger Umwandlungen aus, setzt aber einen Hybrid-Wechselrichter voraus. Beim Nachrüsten heißt das oft: neuer Wechselrichter.

In unseren Datenblättern stehen dafür Hybrid-Wechselrichter von Fox und SMA und Speicher beider Hersteller.

Wie groß sollte der Speicher sein?

Die Verbraucherzentrale rechnet als Richtwert mit etwa 1,5 Kilowattstunden Speicher je 1.000 Kilowattstunden Jahresstromverbrauch. Bei 4.000 Kilowattstunden im Jahr wären das rund 6 Kilowattstunden. Bei kleinen Anlagen sollte die Speicherkapazität in Kilowattstunden nicht viel größer sein als die Leistung der Anlage in Kilowatt peak.

Ein größerer Speicher wird an trüben Tagen und im Winter selten voll, weil das Dach dann kaum Überschuss liefert. Den Jahresverbrauch findest du auf deiner letzten Stromrechnung.

Und wenn eine Wärmepumpe dazukommt?

Steigt dein Verbrauch, steigt nach der Faustregel auch die passende Speichergröße. Eine Wärmepumpe braucht ihren Strom aber vor allem im Winter, wenn die Anlage wenig liefert. Plan den Speicher deshalb nach dem Verbrauch, den du mit Wärmepumpe erwartest, und frag nach einem Modell, das sich später erweitern lässt. Wie du den Strombedarf einer Wärmepumpe ausrechnest, steht im Beitrag zur Funktionsweise einer Wärmepumpe.

Liefert ein Stromspeicher Strom bei Stromausfall?

Nur wenn er dafür gebaut ist. Fällt das Netz aus, schaltet sich eine Photovoltaik-Anlage aus Sicherheitsgründen ab, und der Speicher mit ihr. Notstrom- und Ersatzstromfunktionen gehören laut Verbraucherzentrale nur bei einigen Heimspeichern zum üblichen Funktionsumfang und kosten meist extra.

Notstrom heißt meist eine einzelne Steckdose am Wechselrichter, an die du im Ernstfall ein Gerät hängst. Ersatzstrom versorgt das Haus oder ausgewählte Stromkreise weiter. Dafür braucht es eine Umschaltung, die das Haus vom Netz trennt, bevor der Speicher einspringt. Wer das will, muss es vor dem Einbau sagen, weil Wechselrichter und Zählerschrank darauf ausgelegt werden.

Wie lange hält ein Stromspeicher?

Lithium-Speicher halten nach Einschätzung der Verbraucherzentrale 10 bis 15 Jahre. Lies im Garantieschein nach, was abgedeckt ist: Oft gilt die Herstellergarantie für die Batterie, aber nicht für die Elektronik.

Was musst du beim Nachrüsten anmelden?

Ein Batteriespeicher muss einzeln im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur eingetragen werden, auch wenn er an eine bestehende Anlage kommt. Die Frist ist ein Monat nach der Installation (Verbraucherzentrale zum Marktstammdatenregister). Ob dein Netzbetreiber den Speicher zusätzlich gemeldet haben will, steht in seinen Anschlussbedingungen.

Wie läuft die Nachrüstung mit Thiessen Energy?

Drei Angaben machen die Planung belastbar:

  • Ein Foto vom Typenschild deines Wechselrichters. Daraus ergibt sich, ob AC- oder DC-Kopplung in Frage kommt.
  • Dein Jahresstromverbrauch und ob eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto dazukommt. Daraus ergibt sich die Speichergröße.
  • Das Jahr, in dem die Anlage in Betrieb ging, und die Vergütung je Kilowattstunde. Daraus ergibt sich, wann sich der Speicher rechnet.

Unsere eigenen Monteure bauen die Anlage, in Nordhessen und rund um Koblenz. Speicher bauen wir von Fox und SMA, die Anmeldung im Marktstammdatenregister und beim Netzbetreiber übernehmen wir.

Häufige Fragen

Kann ich einen Stromspeicher selbst nachrüsten?

Nicht, wenn er fest in die Hausinstallation eingebunden wird. Arbeiten an der elektrischen Anlage im Haus dürfen nach § 13 Absatz 2 der Niederspannungsanschlussverordnung nur der Netzbetreiber oder ein Installationsunternehmen ausführen, das im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist.

Was kostet es, einen Stromspeicher nachzurüsten?

Der Preis setzt sich aus der Batterie, je nach Weg einem Batteriewechselrichter oder einem neuen Hybrid-Wechselrichter, möglichen Arbeiten am Zählerschrank und der Montage zusammen. Auf Speicher und Montage fällt nach § 12 Absatz 3 Umsatzsteuergesetz keine Umsatzsteuer an, wenn der Speicher an einem Wohnhaus den Strom einer Anlage bis 30 Kilowatt peak aufnimmt.

Lohnt sich ein Speicher bei alter EEG-Vergütung?

Das hängt am Abstand zwischen Vergütung und Strompreis. Ist die Vergütung hoch, bringt jede gespeicherte Kilowattstunde wenig, weil du sie sonst gut bezahlt eingespeist hättest. Läuft sie nach 20 Jahren aus, kippt die Rechnung zugunsten des Speichers.

Wie viele Kilowattstunden Speicher braucht ein Einfamilienhaus?

Nach der Faustregel der Verbraucherzentrale etwa 1,5 Kilowattstunden je 1.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch. Ein Haushalt mit 4.000 Kilowattstunden kommt damit auf rund 6 Kilowattstunden.

Welche Nachteile hat ein Stromspeicher?

Beim Laden und Entladen geht etwas Energie verloren, bei AC-gekoppelten Speichern mehr als bei DC-gekoppelten. Die Batterie altert und hält 10 bis 15 Jahre, also kürzer als die Module. Im Winter wird sie selten voll, und sie braucht einen Platz im Haus, an dem es weder friert noch heiß wird.

Ob ein Speicher an deine Anlage passt und wie groß er sein sollte, zeigen das Typenschild deines Wechselrichters und dein Jahresstromverbrauch. Wir planen den Speicher danach und geben dir einen Festpreis.