Heizkörper wird nur oben warm und bleibt unten kalt
Wie sich die Wärme im Heizkörper verteilt, verrät ziemlich genau, wo das Problem sitzt. Oben warm und unten kalt heißt etwas anderes als unten warm und oben kalt. Die Abschnitte unten sind deshalb nach dem Bild geordnet, das du am Heizkörper siehst.
Bleibt er auch nach dem Entlüften unten kalt, fehlt Durchfluss. Dafür gibt es drei häufige Gründe: ein klemmendes Ventil, zu wenig Druck in der Anlage oder eine Verteilung, die nie hydraulisch abgeglichen wurde. Welcher davon es ist, grenzt du in wenigen Minuten selbst ein.
Eines vorweg, damit du dir einen Anruf sparst: Bestehende Öl- und Gasheizungen reparieren oder warten wir nicht. Wir bauen Wärmepumpen ein. Hat deine Anlage nur einen Defekt, ist der Betrieb, der sie bisher betreut hat, der richtige Ansprechpartner. Kommst du zu dem Schluss, dass sich das Nachlegen nicht mehr lohnt, sind wir es.
Was welche Verteilung bedeutet
Oben warm, unten kalt. Luft steht im oberen Teil des Heizkörpers. Entlüften, fertig. Wenn er dabei gluckert, ist es sicher.
Unten warm, oben kalt. Umgekehrtes Bild, andere Ursache. Meist kommt zu wenig Wasser durch: Druck zu niedrig, Pumpenstufe zu klein, oder der Heizkörper hängt am Ende eines langen Strangs.
Nur zur Hälfte warm, obwohl entlüftet wurde. Dann fehlt Durchfluss. Entweder ist der Rücklauf gedrosselt, oder die Anlage ist nie hydraulisch abgeglichen worden. Noch einmal entlüften hilft dagegen nicht.
Rohr warm, Heizkörper kalt. Das Ventil öffnet nicht. Thermostatkopf abziehen, Stift prüfen.
Nur eine Seite warm. Der Heizkörper ist innen zugesetzt oder falsch angeschlossen. Das kommt bei sehr alten Anlagen vor.
Ein einzelner Raum bleibt kalt, der Rest ist warm. Klassisches Abgleich-Thema. Die Heizkörper näher am Kessel nehmen dem letzten das Wasser weg.
Warum bleibt der Heizkörper trotz Entlüften unten kalt?
Weil Luft und fehlender Durchfluss dasselbe Bild erzeugen, aber verschiedene Ursachen haben. Entlüften schafft Luft aus dem Heizkörper. Es ändert nichts daran, wie viel Wasser hineinläuft.
Der Unterschied lässt sich am Geräusch festmachen. Kommt beim Öffnen des Entlüftungsventils zuerst zischend Luft und dann Wasser, war Luft im Spiel. Kommt sofort Wasser und der Heizkörper bleibt trotzdem unten kalt, hast du kein Luftproblem.
Der zweite Hinweis ist die Spreizung, also der Temperaturunterschied zwischen Vorlauf und Rücklauf am Heizkörper. Fass beide Anschlussrohre an: Ist das obere heiß und das untere kalt, während der Heizkörper oben ebenfalls heiß wird, läuft zu wenig Wasser durch. Sind beide Rohre lauwarm, ist die Vorlauftemperatur für diesen Raum zu niedrig eingestellt.
Dritte Möglichkeit, die oft übersehen wird: ein Heizkörper, der in einer Einrohranlage hängt. Dort fließt das Wasser von Heizkörper zu Heizkörper weiter, statt jeden einzeln zu versorgen. Der letzte in der Reihe bekommt dann Wasser, das die vorherigen schon abgekühlt haben. Erkennbar daran, dass immer dieselben Räume betroffen sind, meist die vom Kessel am weitesten entfernten.
Woran erkennst du, dass das Thermostatventil klemmt?
Der Ventilstift ist der kleine Metallstift, der unter dem drehbaren Thermostatkopf sitzt. Er öffnet und schließt den Wasserweg in den Heizkörper. Steht der Heizkörper über den Sommer still, setzt sich dieser Stift gern fest.
So prüfst du ihn:
- Dreh den Thermostatkopf ganz auf und schraub die Überwurfmutter von Hand ab.
- Zieh den Kopf ab. Darunter siehst du den Stift.
- Drück ihn vorsichtig hinein und lass los. Er muss von selbst wieder herausspringen.
- Bewegt er sich nicht, hängt er fest. Mit einer Zange leicht hin und her bewegen, nicht ziehen.
- Geht er wieder, setz den Kopf auf und dreh ihn ganz auf.
Springt der Stift sauber zurück und der Heizkörper bleibt trotzdem kalt, liegt es nicht am Ventil. Dann geht es weiter mit Druck und Durchfluss.
Zwei Fälle begegnen uns bei der Aufnahme vor Ort regelmäßig. Thermostatköpfe, die jahrelang auf Stufe eins standen und deren Stift sich in dieser Stellung festgesetzt hat. Und Köpfe, die beim letzten Anstrich so fest angezogen wurden, dass sie den Stift dauerhaft ein Stück eindrücken. In beiden Fällen genügt es, den Kopf abzunehmen und den Stift gangbar zu machen; der Heizkörper selbst bleibt hängen.
Was hat der Anlagendruck damit zu tun?
Der Anlagendruck ist der Druck, mit dem das Wasser im geschlossenen Heizkreis steht. Er wird am Manometer des Kessels angezeigt, meist mit einem farbigen Feld für den Bereich, in dem er für dein Haus liegen soll. Fällt er darunter, erreicht das Wasser die oberen Stockwerke nicht mehr zuverlässig.
Das ist der Grund, warum die Heizkörper im Obergeschoss zuerst kalt bleiben und die im Erdgeschoss weiterlaufen. Wer in dieser Lage nur entlüftet, verschlimmert es sogar: Jedes Entlüften nimmt Wasser aus dem System und senkt den Druck weiter.
Steht der Zeiger unterhalb des markierten Bereichs, gehört vor dem nächsten Entlüften Wasser nachgefüllt. Den Wert, der für dein Haus richtig ist, kennt der Betrieb, der die Anlage gewartet hat; er hängt an der Höhe des Gebäudes und an der Auslegung des Ausdehnungsgefäßes.
Wenn du jedes Jahr wieder entlüften musst
Einmal entlüften ist Wartung. Zweimal im Jahr entlüften ist ein Hinweis. Luft kommt nämlich nicht von selbst in ein geschlossenes System. Sie zieht nach, weil irgendwo Wasser verloren geht, weil das Ausdehnungsgefäß seinen Vordruck verloren hat oder weil eine Verschraubung nicht mehr dicht ist.
Kommt die Luft jede Heizsaison wieder, liegt die Ursache außerhalb des Heizkörpers. Zu prüfen sind dann die Verschraubungen an den Heizkörpern, das Sicherheitsventil am Kessel und der Vordruck des Ausdehnungsgefäßes.
Das Ausdehnungsgefäß ist dabei der häufigste stille Kandidat. Es gleicht aus, dass sich Heizwasser beim Erwärmen ausdehnt. Verliert es seinen Vordruck, schwankt der Anlagendruck stark zwischen kalter und warmer Anlage, und über das Sicherheitsventil geht bei jedem Aufheizen etwas Wasser verloren. Prüfen lässt sich das nur bei drucklos abgelassener Anlage.
Die Reihenfolge, in der wir das ansehen
Wenn wir zur Aufnahme in ein Haus kommen, dessen Heizkörper nicht gleichmäßig warm werden, gehen wir immer denselben Weg. Er beginnt bei dem, was ohne Werkzeug zu sehen ist.
- Manometer am Kessel: steht der Druck im markierten Bereich?
- Läuft die Umwälzpumpe, und auf welcher Stufe steht sie?
- Welche Räume sind betroffen, und wo liegen sie im Haus?
- Ventilstift am kältesten Heizkörper: beweglich oder fest?
- Beide Anschlussrohre anfassen: wie groß ist die Spreizung?
- Gibt es Unterlagen zu einem hydraulischen Abgleich?
Der letzte Punkt ist der, bei dem es in den allermeisten Häusern still wird. Ein hydraulischer Abgleich verteilt die Wassermenge so auf die Heizkörper, dass jeder genau das bekommt, was sein Raum braucht. Ohne ihn versorgen sich die Heizkörper nahe am Kessel zuerst, und die am Ende der Leitung bekommen den Rest.
Wir raten in dieser Lage fast immer zuerst zum Abgleich. Er verlangt kein neues Bauteil und löst einen großen Teil der Fälle, für die sonst über neue Heizkörper nachgedacht wird.
Wann sich das Nachbessern nicht mehr rechnet
- Du entlüftest mehrmals pro Heizsaison, und es kommt wieder Luft.
- Du musst regelmäßig Wasser nachfüllen.
- Ein hydraulischer Abgleich steht an, den die Anlage bisher nie hatte.
- Die Heizkörper sind alt und innen zugesetzt.
- Für deinen Kessel sind Ersatzteile schon einmal schwer zu bekommen gewesen.
Der dritte und der vierte Punkt sind die, an denen viele hängen bleiben. Ein hydraulischer Abgleich und der Tausch mehrerer Heizkörper ist Arbeit an der Verteilung eines Hauses, dessen Wärmeerzeuger in absehbarer Zeit ohnehin ersetzt wird. Beim Umstieg auf eine Wärmepumpe gehören beide Arbeiten zum Installationsumfang.
Warum der Abgleich beim Umstieg ohnehin dazugehört
Eine Wärmepumpe arbeitet mit niedriger Vorlauftemperatur. Damit das funktioniert, muss jeder Heizkörper genau die Wassermenge bekommen, die er braucht. Der hydraulische Abgleich steht deshalb bei uns im Leistungsumfang jeder Installation und wird nicht getrennt beauftragt.
Die Grundlage dafür ist die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831, der Norm, die festlegt, wie der Wärmebedarf eines Gebäudes Raum für Raum ermittelt wird. Aus ihr ergibt sich, welche Vorlauftemperatur dein Haus braucht, welcher Heizkörper bleibt, welcher größer werden muss und welcher raus kann. Wir rechnen sie vor dem Angebot, nicht danach.
Ein Heizkörper, der heute nur oben warm wird, ist dabei fast nie zu klein. Er bekommt zu wenig Wasser. Das lässt sich über die Einstellung der Ventile lösen, also über den Abgleich, und schlägt sich weder in einem größeren Gerät noch in neuen Heizkörpern nieder.
Für den Heizungstausch gibt es einen staatlichen Zuschuss. Den Antrag übernehmen wir.
Was wir machen und was nicht
Wir planen, fördern und bauen Wärmepumpen für Ein- und Zweifamilienhäuser, den hydraulischen Abgleich eingeschlossen. Welche Marke es wird, ergibt die Heizlast deines Hauses; wir arbeiten mit Buderus, Vaillant und Fox.
Bestehende Öl- und Gasheizungen reparieren oder warten wir nicht, und wir kommen auch nicht zum Entlüften. Das gehört zur Wartung deiner jetzigen Anlage. Unser Teil beginnt bei der Heizlastberechnung und endet mit der Inbetriebnahme der Wärmepumpe.