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Wärmepumpe und Warmwasser

Eine Wärmepumpe macht Warmwasser, indem sie einen Speicher mit Trinkwasser aufheizt. Das Heizwasser gibt seine Wärme über einen Wärmetauscher an das Trinkwasser ab, beide Kreisläufe bleiben getrennt. Solange der Speicher lädt, pausiert die Heizung, danach schaltet die Anlage zurück auf die Räume.

Hier findest du, wie groß der Speicher sein sollte, welche Temperatur das Wasser wegen Legionellen braucht und wann der elektrische Heizstab läuft. Dazu die Frage, ob deine Heizkörper im Altbau für eine Wärmepumpe reichen und was sich mit einer Fußbodenheizung ändert.

Wie macht eine Wärmepumpe Warmwasser?

Eine Heizungswärmepumpe kann neben den Räumen auch das Trinkwasser erwärmen. Dafür lädt sie einen Warmwasserspeicher: Heizwasser aus der Wärmepumpe fließt durch einen Wärmetauscher im Speicher und erwärmt das Trinkwasser darum herum. „Heizungswasser und Trinkwasser bleiben dabei getrennt", schreibt die Verbraucherzentrale.

Ein Umschaltventil entscheidet, wohin die Wärme gerade geht: in die Heizkörper oder in den Speicher. Beides gleichzeitig macht die Anlage nicht.

Das Umweltbundesamt teilt die Lösungen für Warmwasser in Häusern mit Wärmepumpe in drei Gruppen (Umweltbundesamt, Trinkwarmwasserkonzepte für Gebäude mit einer Wärmepumpenheizung, Stand 01.11.2023):

  • Die Heizungswärmepumpe übernimmt das Warmwasser, über einen Speicher oder über eine Frischwasserstation. Die Frischwasserstation erwärmt das Trinkwasser erst beim Zapfen im Durchlauf, aus einem Speicher mit Heizwasser.
  • Eine eigene Warmwasser-Wärmepumpe, ein zweites Gerät nur für das Trinkwasser, oft mit eingebautem Speicher. Im Handel heißt sie auch Brauchwasserwärmepumpe.
  • Direkt elektrisch, mit Durchlauferhitzer oder Elektroboiler. Je nach Verbrauch fallen die Betriebskosten laut Umweltbundesamt sehr hoch aus.

Um die erste Lösung geht es im Rest dieses Beitrags. Bei den Wärmepumpen von Buderus und Fox in unseren Datenblättern gehört der Warmwasserspeicher zum Lieferumfang.

Wie groß muss der Warmwasserspeicher sein?

Als Faustwert rechnet die Verbraucherzentrale mit etwa 50 Litern Speicher je Person. Ein Vier-Personen-Haushalt kommt damit auf rund 200 Liter.

Genauer wird es mit der Norm DIN EN 12831-3. Sie leitet Speichervolumen und Nachheizleistung daraus ab, wann und wie viel warmes Wasser ein Haushalt zapft. Wer abends mehrere Duschen hintereinander oder eine volle Badewanne braucht, braucht mehr Speicher als jemand, der morgens kurz duscht.

Größer ist dabei nicht automatisch besser. Das Umweltbundesamt hält es aus Effizienzsicht für vorteilhaft, „die Menge an gespeichertem Warmwasser möglichst gering zu halten". Jeder Liter, der warm im Speicher steht, verliert Wärme und muss auf einer hygienisch sicheren Temperatur bleiben.

Speicher im Gerät oder daneben?

Bei der Buderus Logatherm T180 steckt ein 180-Liter-Speicher im Innengerät, das Gerät braucht 0,4 Quadratmeter Stellfläche (Datenblatt Buderus Logatherm T180). Bei der Fox-Wärmepumpe steht neben dem Innengerät ein separater 200-Liter-Speicher (Datenblatt Fox HP-Serie).

Ein Gerät mit eingebautem Speicher passt auch in einen engen Hauswirtschaftsraum. Ein separater Speicher braucht mehr Fläche, dafür lässt sich seine Größe unabhängig vom Gerät wählen.

Welche Temperatur braucht das Warmwasser wegen Legionellen?

Legionellen sind Bakterien, die sich in Trinkwasserleitungen und Speichern vermehren und beim Einatmen eine schwere Lungenentzündung auslösen können. Besonders gut wachsen sie laut Verbraucherzentrale zwischen 25 und 50 Grad.

Für Ein- und Zweifamilienhäuser gibt es keine festen Vorschriften zur Speichertemperatur. Empfohlen werden mindestens 55 bis 60 Grad, das Umweltbundesamt selbst empfiehlt durchgehend über 55 Grad.

Feste 60 Grad am Ausgang des Speichers verlangt das Regelwerk erst bei Großanlagen. Das sind nach dem Arbeitsblatt W 551 des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches Anlagen mit mehr als 400 Liter Speicher oder mit mehr als 3 Liter Leitungsinhalt zwischen Speicher und Zapfstelle. Ein Einfamilienhaus mit 200-Liter-Speicher liegt darunter.

Reicht es, den Speicher einmal am Tag auf 70 Grad zu heizen?

Manche Anlagen bieten dafür eine Legionellenschaltung. Der Speicher läuft dann meist kühler und wird zum Beispiel einmal am Tag kurz auf über 60 Grad aufgeheizt, oft mit dem Heizstab.

Das Umweltbundesamt hält diese Betriebsweise für keine sichere Variante des Legionellenschutzes. Sie ist im technischen Regelwerk nicht verankert, und es fehlt der Nachweis, dass sie im Alltag Legionellen verhindert.

Was kostet die höhere Temperatur an Effizienz?

Je heißer das Wasser sein muss, desto mehr Strom braucht die Wärmepumpe dafür, weil sie einen größeren Temperaturunterschied überwinden muss. In einer Beispielrechnung, die das Umweltbundesamt zitiert, fällt die Jahresarbeitszahl der Warmwasserbereitung in einem typischen Einfamilienhaus von 3,22 auf 2,19. Das Wasser wird dort auf 60 statt auf 48 Grad erhitzt, und zusätzlich läuft eine Zirkulation.

Die Zirkulation ist eine Leitung, in der warmes Wasser ständig durchs Haus gepumpt wird, damit es am Hahn sofort warm ankommt. In der Beispielrechnung stiegen Energiebedarf und Energiekosten des Hauses mit beidem zusammen um rund 15 Prozent. Ob eine Zirkulation im Einfamilienhaus nötig ist, gehört deshalb in die Planung.

Wann springt der Heizstab einer Wärmepumpe an?

Der Heizstab ist ein elektrisches Heizelement im Innengerät oder im Speicher. Er macht aus einer Kilowattstunde Strom eine Kilowattstunde Wärme, die Wärmepumpe im Jahresmittel ein Mehrfaches davon. Im Innengerät der Fox-Wärmepumpe sitzt zum Beispiel ein Heizstab mit 9 Kilowatt.

Er läuft in drei Situationen:

  • An sehr kalten Tagen, wenn das Haus mehr Wärme braucht, als die Wärmepumpe liefert.
  • Für hohe Warmwassertemperaturen, wenn die Wärmepumpe die gewünschte Temperatur nicht allein erreicht. Das Umweltbundesamt beschreibt dieses Konzept als Heizstab für den „verbleibenden Temperaturhub".
  • Für eine Legionellenschaltung, die den Speicher kurz auf 60 oder 70 Grad bringt.

Die Geräte von Buderus, Vaillant und Fox in unseren Datenblättern erreichen laut Hersteller Vorlauftemperaturen bis 75 Grad. Für die Buderus T180 nennt das Datenblatt bei minus 10 Grad Außentemperatur noch 65 Grad Vorlauf. Für 60 Grad im Speicher muss der Heizstab bei diesen Geräten also nicht zwingend mitlaufen.

Im Feldtest des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme an 77 Anlagen übernahmen die Heizstäbe der Luft-Wasser-Wärmepumpen nur 1,3 Prozent der elektrischen Arbeit, bei vergleichsweise milden Wintern (Fraunhofer ISE, Presseinformation vom 03.11.2025). Ein Heizstab, der im Alltag regelmäßig läuft, deutet auf eine zu knapp ausgelegte Wärmepumpe oder eine ungünstige Einstellung hin.

Funktioniert eine Wärmepumpe im Altbau mit normalen Heizkörpern?

Ja, wenn die Heizkörper groß genug sind. Im Fraunhofer-Feldtest standen die Wärmepumpen in Häusern der Baujahre 1826 bis 2001, und die Forscher fanden keinen Zusammenhang zwischen Baujahr und Effizienz. Ausreichend dimensionierte Heizkörper kamen dort im Mittel mit ähnlich niedrigen Temperaturen aus wie eine Fußbodenheizung.

Maßgeblich ist die Vorlauftemperatur, die deine Heizkörper am kältesten Tag brauchen. Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur, mit der das Heizwasser in die Heizkörper fließt. Je niedriger sie sein darf, desto weniger Strom braucht die Wärmepumpe.

Mit bis zu 75 Grad Vorlauf können die Geräte aus unseren Datenblättern auch klassische Heizkörper versorgen, allerdings mit mehr Strom. Das Energielabel der Vaillant aroTHERM plus zeigt den Unterschied: A+++ bei 35 Grad Vorlauf, A++ bei 55 Grad. Sind einzelne Heizkörper zu klein, werden sie gegen größere getauscht; welche das sind, zeigt die raumweise Heizlastberechnung.

Wie testest du deine Heizkörper vorab?

Wenn du die Heizkurve an deinem jetzigen Kessel verstellen kannst, senk die Vorlauftemperatur an kalten Tagen schrittweise ab. Bleiben alle Räume warm, schaffen deine Heizkörper es auch mit weniger. Der Raum, der zuerst kalt wird, hat den Heizkörper, der als Erstes zu klein ist.

Wärmepumpe mit Fußbodenheizung: Was ist anders?

Eine Fußbodenheizung gibt die Wärme über eine große Fläche ab und kommt deshalb mit niedrigen Vorlauftemperaturen aus. Für die Wärmepumpe ist das beim Heizen der günstigste Fall.

Beim Warmwasser bleibt der Abstand trotzdem: Der Boden braucht wenig Temperatur, der Speicher 55 bis 60 Grad. Das Fraunhofer ISE fand bei einem Teil der Anlagen mit Kombispeicher, also einem gemeinsamen Speicher für Heizung und Warmwasser, keine zuverlässige Trennung der beiden Temperaturen. Die Anlagen stellten dadurch teils Wärme auf Warmwasser-Niveau bereit, die gar nicht gebraucht wurde.

Speicherart und Verrohrung gehören bei einer Fußbodenheizung deshalb in dieselbe Planung wie das Gerät.

Was hat die Heizlast mit dem Warmwasser zu tun?

Die Heizlast ist die Wärmeleistung, die dein Haus am kältesten Tag des Jahres braucht, um warm zu bleiben. Sie wird Raum für Raum nach DIN EN 12831 berechnet und bestimmt die Größe der Wärmepumpe. Das Warmwasser steckt in dieser Zahl nicht, seinen Bedarf regelt der eigene Normteil DIN EN 12831-3.

Beides zusammen legt fest, welches Gerät und welcher Speicher passen. Ein zu großes Gerät schaltet häufiger an und aus, und im Fraunhofer-Feldtest waren viele Anlagen auf den Verbrauch bezogen überdimensioniert. Wie die Heizlast die Gerätegröße bestimmt, steht im Beitrag zur Funktionsweise einer Wärmepumpe.

Deshalb berechnen wir die Heizlast vor jedem Angebot nach DIN EN 12831. Die Leistung auf dem Typenschild deines alten Kessels ist dafür kein Maßstab.

Was braucht die Planung von dir?

Drei Angaben machen die Planung für Heizung und Warmwasser belastbar:

  • Wie viele Personen im Haus wohnen und ob eher geduscht oder gebadet wird. Daraus ergibt sich die Speichergröße.
  • Welche Heizkörper in welchen Räumen hängen oder ob eine Fußbodenheizung liegt. Daraus ergibt sich die Vorlauftemperatur.
  • Wo im Keller oder Hauswirtschaftsraum Platz ist. Ein Innengerät mit eingebautem Speicher braucht weniger Fläche als Gerät und Speicher nebeneinander.

Unsere eigenen Monteure bauen die Anlage, in Nordhessen und rund um Koblenz, und den Förderantrag übernehmen wir für dich. Wie viel Zuschuss du für den Tausch bekommst, kannst du vorab im Förder-Rechner durchspielen.

Häufige Fragen

Ist eine Wärmepumpe für Warmwasser sinnvoll?

Ja, wenn sie ohnehin das Haus heizt. Sie erwärmt das Wasser mit weniger Strom als ein Heizstab oder Durchlauferhitzer, die aus einer Kilowattstunde Strom eine Kilowattstunde Wärme machen. Ihre Effizienz ist beim Warmwasser allerdings niedriger als beim Heizen, weil das Wasser heißer sein muss.

Wie viel Strom braucht eine Wärmepumpe für Warmwasser?

Teil die Wärme für dein Warmwasser durch die Jahresarbeitszahl der Warmwasserbereitung. Wie stark die Temperatur zählt, zeigt die Beispielrechnung des Umweltbundesamts: Fällt die Arbeitszahl von 3,22 auf 2,19, braucht dieselbe Wärmemenge knapp die Hälfte mehr Strom.

Gibt es warmes Wasser, wenn die Wärmepumpe ausfällt?

Macht allein die Wärmepumpe das Warmwasser, fehlt es bei einem Ausfall, darauf weist die Verbraucherzentrale hin. Ein eingebauter Heizstab kann je nach Einbau überbrücken. Gegen teure Reparaturen kannst du bei uns eine Vollwertgarantie über bis zu zehn Jahre dazubuchen.

Muss der Warmwasserspeicher jeden Tag auf 70 Grad?

Nein. Das Umweltbundesamt empfiehlt im Einfamilienhaus eine Temperatur durchgehend über 55 Grad. Ein tägliches kurzes Aufheizen bei sonst niedriger Temperatur hält es nicht für sicheren Legionellenschutz.

Welches Gerät und welcher Speicher in deinem Haus Heizung und Warmwasser übernehmen, ergibt die Heizlastberechnung vor Ort. Danach bekommst du ein Festpreisangebot.